Herkules oder Kirchenzwerg? - Die Wahl des Baumtyps


Kirsch-Jungbäume aus Baumschulen sind grundsätzlich veredelt. Sie bestehen aus der sogenannten Unterlage, die die Wurzel und je nach Baumtyp auch den Stamm bildet, sowie der Edelsorte, die die Krone formt.
Traditionell wurden Kirschbäume im Mittelrheintal als Hochstämme mit einer Stammhöhe von ca. 1,80 m oder auch als Halbstämme mit einer Stammhöhe von 1,20 - 1,60m gezogen. Als Unterlage wurde meist die heimische Vogelkirsche (Prunus avium) oder auch die Steinweichsel (Prunus mahaleb) verwendet.
Auch heute noch werden Hochstämme in Baumschulen auf Vogelkirsche oder ihren vegetativen Auslesen gezogen. Ein ausgewachsener Kirschhochstamm erreicht einen Kronendurchmesser von ca. 10 x 10 m. Diese starkwachsenden Bäume sind ideal für Streuobstwiesen und große Gärten und können ein Baumalter von über 100 Jahren erreichen.
Für kleine Gärten gibt es schwachwuchsinduzierende Unterlagen, auf denen die Bäume nur ca. 4 x 4 m Kronendurchmesser erreichen und meist als Buschbäume gezogen werden. Die heute gängigste dieser Unterlagen ist Giesela 5, die auch im Erwerbsobstbau eingesetzt wird. Vorteile sind ein früh einsetzender Ertragsbeginn und eine leichtere Ernte. Die Bäume erreichen aber ein im Verhältnis zum Hochstamm nur geringes Baumalter von 20 - 25 Jahren. Bäume auf schwachwuchsinduzierenden Unterlagen benötigen gerade in den ersten Jahren mehr Pflege und eine gute Nähstoffversorgung. Die Freihaltung einer Baumscheibe ist zwingend, ebenso wie eine regelmäßige Düngung vorteilhaft sein kann.





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