"Von nichts kommt nichts..." Pflanzung und Pflanzschnitt


Gut geplant ist halb gewonnen- Vor der Pflanzung
Gute Pflanzware ist die beste Garantie für eine erfolgreiche Obstbaumpflanzung. Daher sollte das Pflanzgut möglichst aus einer Baumschule mit eigener Obstbaumanzucht/-veredlung stammen. Die Pflanzung von Obstbäumen soll idealerweise im Herbst erfolgen. So hat der Baum über das Winterhalbjahr ausreichend Feuchtigkeit um einzuwurzeln.
Vor der Pflanzung ist darauf zu achten, dass die Wurzeln des Baumes nicht austrocknen. Beim Transport sollten die Wurzeln daher eingeschlagen bzw. abgedeckt sein, die Bäume vor Ort bis zur Pflanzung in Erde eingeschlagen werden.
Wenn man darauf Wert legt, auch später noch zu wissen, welche Sorten man gepflanzt hat, empfiehlt sich die Anlage eines Pflanzplans, denn die Baumetiketten werden schnell vom Wind abgerissen.

Jetzt geht´s los - Die Pflanzung
Bei der Pflanzung wird eine Pflanzgrube ausgehoben, deren Größe der Wurzelballen des zu pflanzenden Baumes bestimmt, der darin ausreichend Platz finden soll. Bei Wühlmausproblemen auf der Fläche kann ein Wühlmausschutz in Betracht gezogen werden. Es gibt hierzu fertige Pflanzkörbe im Handel. Direkt vor der Pflanzung sollte man geknickte und abgestorbene Wurzel abschneiden.
Die Pflanzung selbst erfolgt am besten zu zweit: Eine Person hält den Baum in der richtigen Position, die andere füllt Erde auf und drückt diese zwischendurch immer etwas fest, damit keine Luftlöcher entstehen. In der Regel, insbesondere bei Hochstämmen, kann die Pflanzgrube mit dem ursprünglichen Erdaushub aufgefüllt werden. Bei sehr schwerem Boden empfiehlt sich die Beimischung von etwas Sand, bei sehr mageren Böden die Zumischung von sehr gut verrottetem Laubkompost. Dies ist auch bei der Pflanzung von Bäumen auf schwachwuchsinduzierenden Unterlagen zu empfehlen.

Für einen festen Halt - Die Anbindung
Bei der Pflanzung sollte auch gleich der Baumpfahl mit gesetzt werden. Er wird in der, der Hauptwindrichtung zugewanden Seite ca. 20 cm vom Baum entfernt plaziert und in dieser Richtung leicht schräg geneigt eingeschlagen. Die Höhe sollte der Stammhöhe des Baumes entsprechen. Der Baum wird ebenfalls leicht schräg geneigt - entgegengesetzt der Pfahlrichtung gesetzt. Er sollte nicht zu tief gesetzt werden, ältere Bücher empfehlen sogar, Kirschen auf einen leichten Hügel zu pflanzen. Nach der Pflanzung wird der Boden leicht angetreten und ausgiebig gewässert. Dann erfolgt die Anbindung, wobei Pfahl und Baum zueinander gezogen werden, bis der Baum gerade steht. So ist die Anbindung unter leichte Spannung gesetzt. Einer einfachen, elastischen Anbindung, die Baum und Pfahl in einer Schlinge umgibt und zur Fixierung noch einmal um den Pfahl geschlungen wird, ist gegenüber einer eng um den Stamm Liegenden der Vorzug zu geben, da letztere schnell einschnürt und die Anbindestelle schlecht abtrocknet.

Gegen knabbernde Gesellen - Der Verbißschutz
Bei Pflanzungen im Außengelände sollte ein Wildverbißschutz anbracht werden. Besser als die üblichen Plastikspiralbänder, die Licht und Luftzirkulation am Stamm einschränken, sind stabile Drahtrosetten, die flexibel (z. B. mit einem Band) am Pfahl fixiert werden, um spätere Pflegearbeiten nicht zu behindern. Bei der Haltung von Weidevieh sind entsprechende Schutzmaßnahmen einzurichten.






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