Praxisorientierte Ernährungsempfehlungen aktualisiert

Stand: 12/16/2013
Seit 1956 formuliert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ihre „10 Regeln“ für eine vollwertige Ernährung. Diese so genannten „10 Regeln der DGE“ übersetzen die eher wissenschaftlich orientierten D-A-CH-Referenzwerte (Hinweis: D-A-CH steht für die beteiligten Länder Deutschland, Österreich, Schweiz) für die Nährstoffzufuhr in einfach formulierte, alltagstaugliche Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl. Über die Jahrzehnte wurden die Empfehlungen immer wieder an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und an die „Sprache der Zeit“ angepasst. Die aktuelle Auflage 2013 berücksichtigt verstärkt die gesundheitsfördernden Wirkungen einer pflanzenbetonten Lebensmittelauswahl. Neu ist, dass einzelne Aspekte einer nachhaltigen Ernährungsweise in die Erläuterungen zu den 10 Regeln aufgenommen wurden.

Die Komplettversion der neuen 10 Regeln können Sie hier herunterladen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. (Hrsg.): Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE, im Internet unter: www.dge.de (Zugriff 06.12.2013)


Das ist neu

Die erste Regel wurde um den konkreten Hinweis ergänzt, pflanzliche Lebensmittel zu bevorzugen. Eine pflanzenbetonte Ernährung fördert die Gesundheit. Insbesondere der reichliche Verzehr von Gemüse, Obst und Vollkornprodukten senkt das Risiko für bestimmte ernährungsmitbedingte Erkrankungen. Ballaststoffe aus Getreideprodukten wirken risikomindernd gegenüber Diabetes mellitus Typ 2 und Dickdarmkrebs. Hingegen erhöhen rotes Fleisch (von Rind und Schwein) und Fleischerzeugnisse das Dickdarmkrebsrisiko. Diese Erkenntnisse greift die vierte Regel auf und unterscheidet erstmals zwischen rotem und weißem Fleisch (Geflügel). Die siebte Regel weist darauf hin, zuckergesüßte Getränke selten zu konsumieren. Sie erhöhen das Risiko für Adipositas beim Erwachsenen und für Diabetes Typ 2.

Die aktuellen „10 Regeln der DGE“ entsprechen in verschiedener Weise einer nachhaltigen Ernährung und Lebensweise. Pflanzliche Lebensmittel haben eine günstigere Klimabilanz als tierische Lebensmittel (Regel 1). Regel 3 bevorzugt Gemüse und Obst der Saison. Gemüse und Obst der Saison ist ausgereift, besitzt den vollen Geschmack und muss nicht energieaufwändig gelagert werden. Regel 4 weist explizit darauf hin, Fisch aus nachhaltiger Fischerei oder Aquakultur zu kaufen. Regel 8 schlägt vor, wenig verarbeitete Produkte zu verwenden. Jeder Verarbeitungsschritt birgt nicht nur die Gefahr der Nährstoffverluste, sondern bedeutet auch Energieaufwand. Zusätzlich sind verarbeitete Produkte oftmals aufwändig verpackt. Regel 10 fordert auf, den Alltag „bewegter“ zu gestalten. Mehr (Alltags-)Bewegung fördert nicht nur Wohlbefinden und Gesundheit, sie kommt auch der Umwelt zu Gute, wenn beispielsweise seltener mit dem Auto und stattdessen mit dem Fahrrad gefahren wird oder zu Fuß gegangen wird.


Fazit

Die „10 Regeln der DGE“ bieten gute Orientierung im Ernährungsalltag. Sie unterstützen die gesundheitsförderliche Lebensmittelauswahl im Sinne einer nachhaltigen Ernährung.


Quelle
  • Antje Jungvogel u.a.: Überarbeitet: Die 10 Regeln der DGE, in: Ernährungs Umschau 11/ 2013, S. M644-M645


Weitere Informationen:





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