Smoothie - die tägliche Portion Obst zum Trinken

Smoothies gehören zu den neuesten Trends auf dem deutschen Getränkemarkt. Lecker, fruchtig und gesund präsentieren sie sich.
Die Werbeaussagen versprechen viel: „Ohne Zuckerzusatz“, „Die tägliche Portion Obst zum Trinken“, „Ihr Tagesbedarf Obst in einer Flasche“ u. v.m.


Was steckt tatsächlich in den Fruchtdrinks?
Können sie wirklich den frischen Apfel oder die Apfelsine ersetzen?

Smoothies sind Ganzfruchtgetränke. Ganze Früchte, mit Ausnahme von Schalen und Kernen, werden püriert und je nach gewünschter Konsistenz mit Direktsaft gemischt. Die Fruchtpürees werden vor der Abfüllung pasteurisiert, so dass sie in der ungeöffneten Flasche einige Wochen haltbar sind.
Der Name „Smoothie“ leitet sich ab von dem englischen Wort „smooth“, das soviel heißt wie weich oder samtig. Er beschreibt das sämige und angenehm weiche Mundgefühl, das sich beim Trinken des dickflüssigen Saftes einstellt. Der Begriff „Smoothie“ ist allerdings nicht geschützt und die Zusammensetzung nicht geregelt. Obst- und Gemüsemischungen aller Art sind möglich, auch verschiedenste Zusätze wie z. B. Milch, Joghurt oder grüner Tee.

Smoothies sind keine Erfindung unserer Zeit. In sonnigen Ländern mit reichhaltigem Fruchtangebot haben Fruchtpürees Tradition. Vor den Augen der Kunden werden sie in Bars und anderen Orts püriert, gemischt und den Gästen als beliebte Erfrischung angeboten. Neu sind jedoch die trinkfertigen Smoothies in Flaschen. In den USA gibt es sie bereits seit den 70er Jahren. Auch in Großbritannien sind sie schon seit Ende der 90er Jahre sehr populär, während sie in Deutschland erst seit kurzem boomen.

Smoothies werden meist in kleinen Fläschchen angeboten in Größen zwischen 100 und 330 ml. Das ist praktisch für unterwegs, denn einmal geöffnet, sollte das Fruchtgetränk rasch getrunken werden.
Es spreche nichts dagegen, gelegentlich einen Smoothie zu trinken. Sie seien gesünder als die meisten Convenience-Snacks für zwischendurch, so die Aussage von Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) (Quelle: Stern). Ein Blick aufs Etikett beim Kauf lohnt sich, denn es gibt Qualitätsunterschiede. Ein guter Smoothie besteht mindestens zur Hälfte aus Fruchtpüree, Fruchtmark oder stückigen Fruchtbestandteilen, Saft soll den geringeren Anteil ausmachen. Er enthält keine Zuckerzusätze, keine Zusatzstoffe (wie Aromen oder Farbstoffe) und keinen Zusatz isolierter Nährstoffe.
Der gesunde Snack ist allerdings teuer erkauft, kosten 250 ml doch zwischen einem Euro und 2,80 Euro und mehr.

Die folgende Tabelle vermittelt einen Eindruck, wie unterschiedliche die Produkte in ihrer Zusammensetzung sein können (Stand Dezember 2007, Januar 2008):


Quelle: Angaben des Herstellers auf den Produktpackungen

Auf Dauer kann ein Smoothie jedoch kein vollwertiger Ersatz für Gemüse oder Obst sein:
  • Viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe befinden sich beim Apfel oder anderen Obstarten direkt unter oder in der Schale und gehen bei der Herstellung von Ganzfruchtgetränken verloren.
  • Smoothies enthalten viel (fruchteigenen) Zucker und damit Kalorien. Als Durstlöscher sind sie nicht geeignet.
  • Die Sättigungswirkung ist gering, geringer als die von Gemüse oder Obst. Ein Fläschchen Fruchtpüree bietet wenig „Masse“ im Vergleich zu frischen Früchten, es ist deutlich schneller leer getrunken als Obst gegessen ist und auch schneller verdaut, denn flüssige Nahrung ist leichter verdaulich als feste.


Das Fazit

Es spricht nichts gegen den gelegentlichen Genuss eines Smoothies. Sie sind lecker, erfrischen und bieten einiges an gesunden Inhaltsstoffen. Die geschmackliche Vielfalt und die Nährstofffülle von Obst und Gemüse können sie jedoch nie erreichen oder ersetzen.


Unser Tipp:
Bereiten Sie sich Ihren Smoothie einfach selbst zu. Ihrer Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt:
Frische Früchte nach Saison und Geschmack waschen, gegebenenfalls putzen oder schälen und zusammen im Mixer pürieren. Ist die Konsistenz zu dickflüssig, geben Sie etwas Saft (Orange, Apfel, Birne) dazu. Es können auch tiefgefrorene Früchte verwendet werden.


Quellen und weitere Information


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